Seit Jahren ist eine stetige, in den vergangenen zwei Jahren beschleunigte Verschärfung und Verrohung des Tons zwischen Politik und Verwaltung zu verzeichnen. Insbesondere eine Ratsfraktion hat es sich zur Gewohnheit gemacht, alle Anfragen und Anträge mit offenen oder unterschwelligen Vorwürfen an die Verwaltung zu verbinden, sie habe gegen die Regeln einer ordnungsgemäßen Verwaltung oder gar gegen geltendes Recht verstoßen. Diese Verfahrensweise gipfelte jüngst in direkten Beschwerden, beziehungsweise Anzeigen gegen Mitglieder des Verwaltungsvorstands, insbesondere gegen die Bürgermeisterin bei der Kommunalaufsicht, also beim Kreis Mettmann. Die Verwaltung hat diese Attacken bisher mit bewundernswerter Ruhe und Sachlichkeit abgewehrt. Als dann in der Ratssitzung vom 29. Oktober 2019 von der Vorsitzenden der WLH-Fraktion dem technischen Beigeordneten in dessen Abwesenheit jegliche Qualifikation zur Berufung als 1. Beigeordneter abgesprochen wurde, war das der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Mit Zustimmung der Übrigen Fraktionen haben die Vorsitzenden der CDU- und SPD-Fraktionen die rüden und emotionalen Anwürfe scharf zurück gewiesen.

Das Bild, das Rat und Verwaltung durch diese Handlungsweise in der Öffentlichkeit abgeben ist desaströs. Es ist offensichtlich beabsichtigt den Eindruck zu erwecken, nur eine Fraktion würde hier als Fels in der Brandung gegen Inkompetenz, Schludrigkeit und illegale Handlungen der Verwaltung, insbesondere der Verwaltungsspitze, stehen. Das ist geradezu absurd.

Sind die gewählten und als sachkundige Bürger berufenen Mitglieder von Rat und Ausschüssen von diesem Verhalten bereits mehr als genervt, so muss das auf an der Kommunalpolitik interessierte Bürgerinnen und Bürger geradezu abstoßend wirken. Das Vorurteil scheint belegt zu werden, Politik sei ein schmutziges Geschäft. Die FDP wird sich auf dieses Spiel nicht einlassen. Vielmehr appelliert die FDP zur sachlichen und konstruktiven Auseinandersetzung zum Wohle der Stadt Haan zurückzukehren, statt auf taktische Vorteile im Hinblick auf die anstehenden Wahlen im nächsten Jahr zu schielen. Juristisches Halbwissen, gepaart mit beißendem Ehrgeiz und überhöhtem Geltungstrieb sind nicht die idealen Voraussetzungen für erfolgreiche kommunalpolitische Tätigkeit.