Im dichtbesiedelten Ballungsraum in und um die Stadt Düsseldorf, so auch in Haan, besteht dringender Bedarf an Wohnraum aller Kategorien. Dem muss auch in Haan mit der Schaffung neuen Wohnraums begegnet werden. Haan hat jedoch eine vergleichsweise geringe räumliche Ausdehnung mit nur wenigen Reserven an verwertbaren Baugrundstücken.

Historisch bedingt, sind die in früheren Jahren des letzten Jahrhunderts und davor erstellten Wohngebäude auf vergleichsweise großen Grundstücken errichtet worden und besitzen Hinterlandgärten von erheblicher Göße. Diese Gärten bildeten seinerzeit die Grundlage für die Versorgung mit Gemüse und Obst. Im Zusammenspiel mit den noch vielfach vorhandenen Vorgärten, begründeten sie den Begriff Gartenstadt Haan. Heutzutage wird von den Grundstückseigentümern allerdings die Bewirtschaftung dieser großen Grundstücke oftmals als Last empfunden und angesichts der großen Nachfrage von Wohnraum erwächst der Wunsch, die Hintergrundstücke für den Bau von Wohngebäuden zu nutzen. Dem kann das öffentliche Interesse am Erhalt des Gartenstadtcharakters Haans entgegen stehen.

Der Verwertung von Hinterlandgrundstücken für Wohnungsbau wollen sich die Haaner Freien Demokraten nicht grundsätzlich verschließen. Es sollte aber Sorge getragen werden, dass bei der neuen Nutzung der Gartengrundstücke genügend große gärtnerische Grünflächen erhalten bleiben, die Platz für größere Gehölze, wie Hecken, Buschwerk und Bäume bieten. Durch diese ökologischen Nischen kann auch zukünftig im erweiterten Innenstadtbereich für Insekten, Vögel und Kleinsäuger Lebensraum erhalten werden. Auch der positive Effekt der grünen Inseln auf das innerstädtische Mikroklima bliebe erhalten. Gleichzeitig kann aber durch eine ausgewogene Regulierung möglicher Hinterlandbebauung der liebenswert kleinstädtische Gartenstadtcharakter Haans bewahrt und eine übermäßige Nachverdichtung vermieden werden.

Die Haaner FDP hatte im Planungsausschuss am 11. Februar 2020 deshalb einen Antrag gestellt, die Verwaltung möge eine Satzung für den erweiterten Innenstadtbereich entwerfen, um die Bebauung des Hinterlandes generell zu begrenzen. Es zeigte sich jedoch, dass in der Allgemeinheit des Vorschlags, ein Konflikt mit dem Baugesetzbuch entstehen würde. Eine solche Satzung hätte damit keinen Bestand. Die Haaner FDP hält jedoch den Grundgedanken der Erhaltung größerer innerstädtischer Gärten für so wichtig, dass weiter nach einer rechtssicheren Lösung gesucht wird.